FREUNDE FRANKFURTS

Rundschreiben

Mitte April 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,

gelassen schaut die schöne Stadt dem Treiben auf dem ruhig dahinfließenden Main zu. Beide Ufer sind auf dieser von dem Frankfurter Künstler Peter Becker (1820–1904) nach der Natur gezeichneten Ansicht wiedergegeben. Die stolze Frankfurter Seite und die etwas bescheidenere Sachsenhäuser. Dieser Druck ist das Titelbild einer Sammelmappe von 26 Ansichten, als Lichtdrucke 1874 bei Prestel mit dem Titel „Bilder aus dem Alten Frankfurt“ erschienen.

Peter Becker: Mainansicht
Peter Becker: Mainansicht, © Freunde Frankfurts

Zum Teil sind die Ansichten früher entstanden, da zum Beispiel auf diesem Bild der Eiserne Steg noch fehlt, wissen wir, dass diese Ansicht vor 1868 entstanden sein muss.

Der Hinweis auf das Alte Frankfurt mag den Eindruck erwecken, dass es sich um eine historisierende Ansicht der Stadt handelte, aber Peter Becker zeichnete nach der Natur. Und was er hier zeigt, war die Altstadt von Frankfurt, so mittelalterlich, wie sie und der Main um 1874 tatsächlich noch aussahen. Ändern sollte sich dann sehr schnell das Bild des Mains, aber erst ab 1880 aufgrund der dann folgenden Begradigung.

Umso mehr überrascht, dass so vieles zu sehen ist, dass wir auch heute noch kennen. Ganz links St. Leonhard, der Turm der Alten Nikolaikirche und der des Fahrturms. Fast in der Mitte dominiert der Dom das Bild, dann folgen die Alte Brücke und dahinter die klassizistischen Fassaden der Schönen Aussicht. Und rechts im Bild sehen wir die Dreikönigskirche und die des Deutschen Ordens. Auf dem Main sehen wir Segelschiffe, Lastkähne, Ruder- und Fischerboote und rechts im Bild sogar ein Boot mit vergnügten Ausflüglern. Und vorne links im Bild warten zwei Damen auf der Brücke zur hölzernen Anlegestelle auf ein Boot, mit dem man von hier auf die andere Seite übersetzen konnte.

Auch der Verlag F.A.C. Prestel ist ein Stück Frankfurter Geschichte. 1774 als Kunsthandlung in der Buchgasse gegründet, zog er später an den Roßmarkt und lebte unter dem alten Namen noch bis vor kurzem als Galerie in der Braubachstraße fort.

Wir möchten Sie an dieser Stelle auch über den Fortschritt des Projektes Gerechtigkeitsbrunnen informieren: In der Zeit vom 2. bis zum 4. Mai 2017 wird der gesamte Brunnen abgebaut. Für die Restaurierungsarbeiten werden etwa fünf Monate veranschlagt. Anfang Oktober soll der Brunnen wiederaufgebaut werden. Die Arbeiten werden vom Restaurator Herrn Gerhardt vorgenommen, der auch schon dem → Uhrtürmchen neuen Glanz verliehen hat.

Mit herzlichen Grüßen Ihre

Dr. Barbara Deppert-Lippitz
Geschäftsführende Vorsitzende

P.S. Zu Ihrer Information, leider ist Frau Dr. Deppert-Lippitz im Moment erkrankt und kann die Geschäfte nur eingeschränkt fortführen, sodass Anrufe nicht immer entgegengenommen werden können. E-Mails werden gelesen.

Neue Anschrift und Telefonnummer:
Freunde Frankfurts, Baumweg 43, 60316 Frankfurt am Main
Tel. 0170-48 23 274.

Aktualisierung: 11.05.2017