FREUNDE FRANKFURTS

Rundschreiben

Ende Juni 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,

Sommer in Frankfurt, wo ist er schöner als an der Nidda, dem zweiten Fluss Frankfurts? Nein, die Nidda ist kein Konkurrent zum majestätischem Main. Eher bescheiden schlängelt sie sich unauffällig durch Wiesen und Auenwäldchen. Und doch hat ihre schöne Flusslandschaft einen ganz besonderen Reiz, der nicht nur Künstler entzückt hat, wie Hanny Franke (1890 - 1973), der auf der hier gezeigten Ansicht die typische Atmosphäre der Nidda festgehalten hat. Der Blick über die zwischen blühenden Auen dahinfließende Nidda, in der sich das begrünte Ufer widerspiegelt, und auf die unverkennbare Silhouette des Taunus im Hintergrund - das ist ein Stück Frankfurt, das wir nicht missen möchten.

Hanny Franke: Nidda mit Blick auf Altkönig und Feldberg
Hanny Franke: Nidda mit Blick auf Altkönig und Feldberg, © Kunsthandlung Julius Giessen

Die Nidda verbindet die Stadt Frankfurt mit dem landwirtschaftlich genutzten Umland. Vom Vogelsberg kommend fließt sie durch Wald, um dann in tiefer gelegenen Gebieten mit zahlreichen Windungen durch saftige Weidegründe, die sog. Flussauen, zu mäandern. Diese Auen sind geprägt durch den Wechsel zwischen Trockenheit und Überflutung und der damit verbundenen sich ständig erneuernden Vegetation. Die letzten 18 km ihrer ins gesamt gut 90 km Länge durchquert die Nidda Frankfurter Stadtgebiet, um schließlich in Höchst in den Main zu münden.

Im frühen 17. Jahrhundert beschloss der damalige Landesherr, Landgraf Friedrich IV von Hessen-Darmstadt, Baumstämme vom Vogelsberg in die Wetterau und bis nach Frankfurt zu flössen, um sie dort als Bau- oder Brennholz zu verkaufen. Weder das Flussbett der Nidda noch ihr wechselnder Wasserstand waren für die Flößerei geeignet. Versuche, das Flussbett zu vertiefen waren nicht besonders erfolgreich. Das gelang erst im 20. Jahrhundert, als die Nidda in ein enges Flussbett gezwängt wurde. Inzwischen wird sie abschnittsweise renaturiert. Flache Uferhänge und ein natürliches Profil bieten Flora und Fauna eine breite Auswahl an Lebensräumen. Ein Spaziergang an der Nidda lohnt sich wieder!

Kein Sommerthema, aber ein seit bald vierzig Jahren immer wiederkehrendes sind die Frankfurter Rathaustürme, der Lange Franz und der Kleine Cohn. Im Krieg zerstört, wurden sie nicht etwa ganz, sondern nur bis zur etwa halben Höhe aufgebaut. Als erster setzte sich der damalige Vorsitzende der FREUNDE FRANKFURTS Joh. Philipp von Bethmann dafür ein, sie vollständig zu rekonstruieren. Vergeblich, aber allein, dass der Vorschlag immer wieder auftaucht, zeigt, dass das Interesse daran in der Bevölkerung sicher eine größere Basis hat als vermutet (siehe hierzu auch → Projekte: Rathaustürme) Die FREUNDE FRANKFURTS werden einen eigenen Arbeitskreis bilden, der sich unter fachkundiger Leitung mit den Möglichkeiten der Realisierung des Projekts Rathaustürme beschäftigt. Interessenten sind herzlich willkommen und können sich telefonisch bei der Geschäftsstelle anmelden.

Lange haben wir uns in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und dem Denkmalamt für die Rettung des Gitters um den Gerechtigkeitsbrunnen eingesetzt. Anfang Mai wurde das Gitter und die Justitia abgebaut und in die Werkstatt des Restaurators gebracht. Wir gehen davon aus, dass der Brunnen – und mit gutem Gewissen können wir sagen: unser Gerechtigkeitsbrunnen - im Spätsommer wieder aufgestellt wird.

Mit herzlichen Grüßen Ihre

Dr. Barbara Deppert-Lippitz
Geschäftsführende Vorsitzende

Neue Anschrift und Telefonnummer:
Freunde Frankfurts, Baumweg 43, 60316 Frankfurt am Main
Tel. 0170-48 23 274.

Aktualisierung: 25.06.2017