FREUNDE FRANKFURTS

Aktuelles: Stadtburgen

Wenig bekannt ist, dass das mittelalterliche Frankfurt neben Fachwerkbauten auch Stadtburgen aus Stein mit Zinnenkranz, Eckern, Treppenturm, spitzem Walmdach und Wohnpalas besaß. Dies waren die repräsentativen Bauten des Frankfurter Patriziats und sie dienten sowohl als Messehöfe wie als vornehme Herbergen.

Fürsteneck 1901
Fürsteneck, 1901, Foto: Carl Friedrich Fay

Ebenfalls eine Art Stadtburgen waren die von Mauern umgebenen zahlreichen Frankfurter Klöster und Klosterhöfe. Heute erinnern nur noch der Saalhof, das Leinwandhaus und das Steinerne Haus an diese frühe Epoche. Viele gotische Bauten verloren durch barocke Umgestaltung ihren burgartigen Charakter oder sie wurden mit der stets fortschreitenden Bebauung überformt. Das hier abgebildete Haus Fürsteneck, von 1934 bis 1944 Sitz der Altstadtfreunde unter Fried Lübbecke, konnte bis zur Kriegszerstörung seine Gestalt weitgehend bewahren. Im ehemaligen Patrizierviertel westlich des Römers zeugten bis 1944 noch große Hofanlagen von den früheren Bauten und von der Bedeutung ihrer ehemaligen Besitzer. Heute ist die Stadt der Frankfurter Patrizier in Vergessenheit geraten – als wäre sie in die Tiefe versunken.

Umso mehr überrascht, wie viel sich von der „versunkenen Stadt“ anhand von Stadtplänen, Zeichnungen und Dokumenten anschaulich rekonstruieren lässt und was die Ergebnisse uns über die Bauten wie der Besitzer verraten.

Anne Christin Scheiblauer hat sich als Architektin und Professorin für Städtebau an der University for Applied Sciences in Seminaren und seit 2012 mit weiterführenden Studien intensiv mit den Bauten der Altstadt und der angrenzenden Neustadt beschäftigt. Am Mittwoch, dem 5. Sept. 2018, um 19.30 Uhr spricht sie im Holzhausenschlösschen über die Erkenntnisse, zu denen sie dabei gelangt ist.

Sie sind herzlich zu dem Vortrag eingeladen, der Eintritt ist frei, Näheres entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungskalender.

Aktualisierung: 15.07.2018