FREUNDE FRANKFURTS

Rundschreiben

September 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,

nachdem wir uns schon in den vergangenen zwei Rundschreiben mit der nördlichen Altstadt beschäftigt haben, so möchte ich heute Ihre Aufmerksamkeit auf die Neue Kräme lenken.

Blick vom Liebfrauenberg in die Neue Kräme
Blick vom Liebfrauenberg in die Neue Kräme

Bevor diese Straße zur Neuen Kräme wurde, hieß sie Scheidsgasse oder victus dividens, gewissermaßen der Scheitel der Altstadt.
Neue Kräme nennen wir sie erst seit Mitte des 16. Jahrhunderts und sie ist eine der drei wichtigsten Nord-Süd Verbindungen der Altstadt. Neben der Fahrgasse im Osten und der Katherinenpforte im Westen verbindet die Neue Kräme die zwei wichtigsten Altstadtplätze, den Römerberg und den Liebfrauenberg.

Ihren Namen erhielt die heutige Neue Kräme von den Krämerbuden, die die Stadt seit Mitte des 16. Jahrhunderts dort betrieb. Die Flaniermeile vom Liebfrauenberg zum Paulsplatz und weiter zum Römerberg, die seit 1969 Fußgängerzone ist, wurde im II.Weltkrieg stark zerstört. Anfang der 50er Jahre wurden die Gebäude im nördlichen Teil der Neuen Kräme bis zur heutigen Berliner Straße wieder aufgebaut. Die Gewerberäume im Erdgeschoss wurden an Einzelhändler vermietet in den Obergeschossen befanden und befinden sich Wohnungen.

Die Neue Kräme reichte vor dem II Weltkrieg bis hinunter zur Braubachstraße. Dort stand die erste Börse Frankfurts, genannt „Alte Börse“, 1840-1843 von Jakob Friedrich Peipers nach den Plänen von Friedrich August Stüler erbaut. Neben dem Börsengebäude befanden sich in der gleichen Häuserzeile auch zwei barocke und drei gründerzeitliche Häuser. Diese begrenzten den Paulsplatz in östlicher Richtung.

1952 wurden die Reste der Alten Börse und seiner Nachbargebäude abgerissen. Die Grundstücke wurden dem Paulsplatz zugeschlagen und so fehlt bis heute hier eine Seite der Neuen Kräme.

Kurz sei noch auf das am wenigsten im II. Weltkrieg beschädigte Gebäude Neue Kräme 2 hingewiesen. Das neobarocke Gebäude wurde 1906 von dem Architekten Fritz Geldmacher errichtet. Direkt gegenüber dem Gebäude befanden sich zwei der bedeutendsten Frankfurter Profanbauten des 18. Jahrhunderts mit den Namen Zur Stadt Antwerpen und Großes Kaufhaus. Im Haus Neue Kräme 2 befand sich bis 1989 die Kopf-Apotheke. Die Geschichte dieser Apotheke lässt sich, wenn auch nicht an genau diesem Platz, bis ins Jahr 1435 zurückverfolgen.

Hier konnten die Frankfurter die bekannten „Frankfurter Pillen“ erwerben. Bei der Frankfurter Pille handelte es sich um ein von Johann Hartmann Beyer, Stadtarzt von 1589 bis 1600, erfundenen Abführmittel mit geheimer Rezeptur.

Wie Sie an diesem kleinen Bericht über die Neue Kräme erkennen können, handelt es sich um eine Straße voller Geschichte und Geschichten. Jede Menge Frankfurter Geschichte können Sie auch bei unseren Vorträgen im Oktober und November erleben.

Am 23. Oktober begrüßen wir Herrn Dr. Winterer zu einem Vortrag über das „Kartäuserkloster Sankt Michael in Mainz und seinen Klosterhof in Frankfurt“. Dieser Klosterhof befand sich in der Frankfurter Altstadt Ort und Zeit des Vortrags entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungshinweis.

Am 13. November freuen wir uns über einen Vortrag von Frau Dr. Sabine Hock über die Mode der 20er Jahre in Frankfurt. Auch wenn Frankfurt nicht als Modehauptstadt bekannt ist so gab es schon 1920 hier eine Schule für Mode und Bekleidung die nächstes Jahr ihr 100 jähriges Bestehen feiert.

Mit allerbesten Grüßen
Andrea Janssen, Geschäftsführende Vorsitzende

Dr. Barbara Deppert-Lippitz, Vorstandsvorsitzende

Neue Anschrift und Telefonnummer:
Freunde Frankfurts, Baumweg 43, 60316 Frankfurt am Main
Tel. 0170-48 23 274.

Aktualisierung: 30.09.2019